|
Pressemitteilung Januar 2026 / 28. Januar 2026
Die Neuregelung der Strompreiskompensation und der geplante Industriestrompreis bedeuten massive Entlastungen für Unternehmen.
Doch sie müssen nachweisen, dass der Großteil der Beihilfe in die Dekarbonisierung fließt. Das Fraunhofer IPA unterstützt mit einer Energiesystemplanung, die das geforderte Transformationskonzept liefert und die Kosten optimiert.
Für produzierende Unternehmen ist das Energiesystem keine Nebensache mehr, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Der Preis für Emissionsberechtigungen der Europäischen Union lag 2025 bei rund 69 Euro pro Tonne. Für energieintensive Betriebe summieren sich die indirekten CO2-Kosten damit schnell zu Millionenbeträgen. Die Strompreiskompensation fängt bis zu 75 Prozent dieser Kosten auf und der diskutierte Industriestrompreis verspricht einen Deckel von fünf Cent pro Kilowattstunde für die Hälfte des Strombedarfs.
Doch die Hürden sind gestiegen. Wer die Gelder abrufen will, muss eine ökologische Gegenleistung erbringen. Konkret bedeutet das oft: Für jeden Euro Förderung müssen 50 bis 80 Cent nachweislich in Effizienzmaßnahmen fließen. »Viele Geschäftsführer stehen jetzt vor der Frage: Wie investiere ich diese Summe so, dass sie nicht als verlorener Aufwand in der Bilanz steht, sondern Rendite abwirft?«, sagt Professor Alexander Sauer, kommissarischer Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. »Unsere Energiesystemplanung liefert genau diese Antwort. Wir transformieren die regulatorische Pflicht in einen profitablen Business Case.«
Zukunftssicher trotz politischer Volatilität
»Wir simulieren das Energiesystem der Fabrik unter verschiedenen Zukunftsszenarien: Was passiert, wenn der Industriestrompreis doch nicht kommt? Was, wenn die Netzentgelte weiter steigen?«, erklärt Timm Kuhlmann, Forschungsbereichsleiter Energiesysteme und -speicher am Fraunhofer IPA. »Das Ergebnis sind robuste Lösungen. Wir zeigen Unternehmen, welche Maßnahmen – etwa die Nutzung von Abwärme oder die Dimensionierung eines Speichers – eine so hohe Eigenrendite haben, dass die staatliche Förderung nur noch das Sahnehäubchen ist, aber nicht mehr die Bedingung für den Erfolg.« Damit macht das Fraunhofer IPA Unternehmen unabhängig von der Unsicherheit in Berlin oder Brüssel. Das Transformationskonzept wird vom bürokratischen Nachweis zum strategischen Investitionsleitfaden.
Die drei Hebel der Kostensenkung
Wie diese Planung in der Praxis funktioniert, zeigt ein Leuchtturmprojekt mit der Firma Schaltbau. Für den Neubau der »NExT Factory« in Velden bei Landshut begleitete das Fraunhofer IPA die Planung als Systemintegrator. Ziel war eine CO2-freie Produktion, die auch als Showcase für ein DC-Smartgrid (Gleichstromfabrik) dient. Durch die Simulation verschiedener Szenarien konnten Photovoltaikanlagen, Energiespeicher und thermische Systeme optimal aufeinander abgestimmt werden. Durch die Unterstützung des Fraunhofer IPA konnte die Wirtschaftlichkeit und Effizienz des vorentwickelten Energiekonzeptes weiter optimiert werden. Die Simulation unterschiedlicher Szenarien ermöglicht eine passgenaue Dimensionierung der beteiligten Systeme für den Fabrikanlauf.
Auch bei der Firma Nokera, Hersteller im seriellen Holzbau, lieferte das Fraunhofer IPA die Blaupause für das Energiesystem einer neuen Großfabrik. Hier lag der Fokus auf Autarkie durch die thermische Verwertung von Produktionsreststoffen. Das Ergebnis ist ein robuster Business Case, der die Energiekosten von volatilen Marktschwankungen entkoppelt.
Handlungsempfehlung: Jetzt die Weichen stellen
|

|
Smart Energy Lab des Fraunhofer IPA Bildquelle: © Fraunhofer IPA / Foto: Rainer Bez
|
